Die Adventszeit beginnt viel zu früh...

Die Adventszeit beginnt viel zu früh...

23.10.2011 02:13

Also ganz ehrlich: wer hat sich bloß den Blödsinn mit den Adventstürchen einfallen lassen? Jeden Tag ein klitzekleines Türchen bis zum Hl. Abend…
Täglich so ein winziges Bröselchen Schokolade!
Und das, obwohl jeder Supermarkt, der was auf sich hält, schon im Spätsommer mit der vorweihnachtlichen Schokolade so richtig klotzt, statt zu kleckern. Wahrscheinlich hatte die Idee so ein zugekiffter Drogenjunkie, der dachte Schokolade wäre noch ein zusätzlicher Kick, natürlich in kleinen Dosen, die volle Dröhnung hatte er ja schon.
Tatsächlich haben wir unsere Schokoladenorgien schon längst hinter uns. Ich jedenfalls! Und da soll ich mich jetzt mit einem winzigen Türchen zufrieden geben?
In dem ganzen Kalender ist weniger Schokolade, als ich an einem einzigen Fernsehabend in mich hineinschaufele.
Wenn meine Kinder was von Adventskalender hören, verdrehen sie nur noch genervt die Augen und schlagen mir vor, ich soll ihn doch bei Greenpeace unter Artenschutz stellen lassen, denn er wäre eine vom Aussterben bedrohte Spezies. Sie geben ihm keine fünf Jahre mehr.
Da half auch die Tatsache nichts, dass ich schon im September eine ganze Wagenladung Adventskalender aufgekauft und dazu beigetragen hatte, die Konjunktur entsprechend anzukurbeln. Ich dachte mir: irgendjemand muss Deutschland doch aus der Krise retten. Hätte gar nicht gedacht, dass das so gut funktioniert.. Sonst hätte ich doch noch eine Palette Glühwein dazugeordert.
Dann bin schon im September über den Nürnberger Hauptmarkt geschlendert, auf der Suche nach dem Christkindlesmarkt, aber der widersetzt sich bisher dem Trend, Ostern und Weihnachten immer näher zusammenzuführen. Denn der öffnet hartnäckig und völlig altmodisch erst im Dezember.
Verstehe ich auch nicht, weshalb die Tourismusmanager, die doch sonst so offen sind, nicht auf ein Christkindl im Bikini setzen. Das tät doch den Tourismus so richtig ankurbeln.
Also musste ich mich mit den echten Nürnberger Lebkuchen behelfen. Wenigstens ließ mich die Lebkuchenfabrik nicht im Stich. Lebkuchen gab’s auch in diesem Sommer, sogar schon früher, als sonst. Da hab ich ganz genau aufgepasst!
Wahrscheinlich hat das mit dem Klimawandel zu tun. Nicht mit der Wärme – auf die warte ich noch, sondern mit unseren verregneten Sommern. Da ist es für Schöller ziemlich egal, ob sie Eis oder Lebkuchen herstellen. Hauptsache, die Maschinen stehen nicht still. Der Regen im Sommer ist also daran schuld an einer vermehrten Lebkuchenproduktion. Ist ja auch ganz klar. Wer isst schon Eis, wenn es im sogenannten Hochsommer draußen gefühlte Minusgrade hat?
Da sind Lebkuchen eine gute und echte Alternative. Und weil die alleine sich so einsam fühlen, gibt’s Glühwein dazu. Natürlich schauen die Hersteller nicht permanent nach dem Wetter. Sonst müssten sie das Fenster öffnen, feststellen, heute sind dreißig Grad im Schatten und überlegen: welcher Depp trinkt bei diesem Wetter Glühwein?
Na ja, ich halt. Weil ich eh weiß, dass sich die Sonne gleich wieder verzieht. Vorbeugung nennt man das.
Ist doch schön, dass es schon im Hochsommer Weihnachtsartikel gibt! Sonst wäre ich mit meinen Weihnachtseinkäufen viel zu spät dran. So kann ich noch mit viel Liebe Parfum und Schmuck aussuchen. Vor allem für mich selber!

Aber was mache ich jetzt mit meinem Adventskalender? Na ja, den schmelze ich ein und mache schon mal Osterhasen draus. Wer sich trotzdem schon Gedanken über die Geschenke macht, ist hier richtig!

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  • Erstellt von Familienfrau In der Kategorie Allgemein am 23.10.2011 02:13:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 23.10.2011 02:13
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