Babys Sicht

Babys Sicht

17.10.2011 00:31

Wie das passiert ist, weiß ich eigentlich gar nicht. Gerade eben noch lag ich schön eingekuschelt in meiner Höhle, als mich irgendetwas richtig garstig in einen irre engen Gang drückte. Das gefiel mir gar nicht. Ich wehrte mich, aber – oh Schreck! Ich konnte mich immer weniger bewegen! Alles wurde ganz furchtbar eng!
Immer wieder wurde ich in diesen komischen Schlauch geschubst. So lange bis ich nichts mehr machen konnte. Es fühlte sich wie ein Erdbeben an. Jedenfalls hätte ich das gedacht, wenn ich das Wort gekannt hätte. So dachte ich nur: „Ey, was ist das denn?“ Und ab ging’s wie mit einer Riesenrutsche im Freizeitbad, nur dass da kein Schwimmbecken auf mich wartete, sondern ein komischer Raum mit lauter schreienden Leuten und viel, viel hellem Licht.
Ich war geschockt: Meine Mami hatte sich vervielfacht und wieso drückte dieses helle Licht auf meine Augen? Leute in weißen Kitteln riefen sich unverständliches Zeug zu und ich bat um ihre Aufmerksamkeit: Ich schrie wie am Spieß.
Da lag ich auch schon in den Armen von meiner Mami. Woher ich das wusste? Na ja, sie redete genau so komisch, wie ich es schon gewohnt war. Vielleicht nicht ganz so verzerrt, nicht mehr so, als ob sie im Meer badete und mit dem Mund durchs Wasser blubberte. Aber die Stimme erkannte ich hundertprozentig.
Da bekam ich auf einmal ein ganz komisches Gefühl um die Mitte meines neuen Körpers. Später erzählte mir jemand, dass das „Hunger“ war. Darum saugte ich mich wild irgendwo fest. Obwohl ich saugte und saugte, passierte nichts. Das Gefühl blieb. Ich war natürlich sauer und schrie so laut ich konnte.
Meine Stimme gefiel mir – darum schrie ich noch mehr. Machte wirklich Spaß.
Na ja, ich hatte sie ja vorher noch nie gehört. Da wird man doch mal so was ganz Neues ausprobieren können. Immerhin muss ich ja wissen, ob sie funktioniert. Sonst tausche ich sie um – bestimmt ist noch Garantie drauf.
Das Ausprobieren meiner Stimme dauerte ein wenig länger. Es machte mir immer mehr Spaß. Vor allem, als ich herausfand, dass ich nur zu schreien brauchte – und schon schaute meine Mama nach mir. Mehr noch: sie brachte mir zu essen, zu trinken, nahm mich auf den Arm. Wenn das alles nichts half, schaukelte sie mich.
Fand ich echt toll. Vor allem die Nummer mit dem Schaukeln. Das machte voll Spaß.
Schade fand ich nur, dass die Mama dabei meist schaute, als wäre sie traurig, oder wie wenn sie Angst hätte. Warum bloß? Komm ich jetzt nicht drauf. Na ja, egal. Jedenfalls habe ich eine tolle Stimme. Bin ganz zufrieden.
Das Essen ist auch gut. Ist halt Milch. Aber sonst…. Alles gut.
Neulich wollte ich wieder mal ganz laut schreien. Leider hatte ich ein wenig Bauchweh. Deshalb fehlte mir die Kraft für das kräftige Schreien. Aus meinen sonst so kraftvollen Tönen, wurde ein weinerliches Gekrächze. Ich wollte mich schon dafür schämen. Doch dann kam die Mami angerannt, schaute ganz besorgt in die Wiege und meinte: „Mein lieber Schatz, was hast du denn?“
Sie war so ängstlich, so besorgt um mich, dass ich mich super darüber freute. Deshalb sagte ich ihr das auch. Leider hörte es sich an, wie bei einem liebeskranken Frosch. Der quakt auch so schrecklich.
Entsetzt riss sie mich sofort heraus. „Aber was ist denn?“
Es war noch immer nichts. Aber sie glaubte mir ja nicht. Stattdessen nahm sie mich in den Arm. – Ah tat das gut! Da jammerte ich ein bisschen weiter… Schadet ja nichts – und tut so gut.
Sie legte mich vor sich und massierte sanft meinen Bauch. Wunderbar! Ich schrie gleich nach mehr.
Vorsichtig massierte sie weiter.
Erst als ich es nicht mehr aushielt und mein Jammern schließlich in frohem Jauchzen endete, hörte sie leider wieder auf.
Trotzdem freute ich mich: Die Mama sah endlich wieder fröhlich aus!
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